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BABY- UND KLEINKINDKOST |
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Baby- und Kleinkindkost
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Herzliche Gratulation!
Schwangerschaft und Geburt sind vorbei, das Baby ist da! Plötzlich ist nichts mehr, wie es vorher war... Eine unbeschreiblich schöne, aber auch anstrengende Zeit. Dazu gehört gleich von Anfang an die Ernährung.
Das Leben eines Neugeborenen wird fast ausschliesslich von Schlaf und Hunger bestimmt. Schon kurze Zeit nach der Geburt beginnt es, mit deutlichen Mundbewegungen nach der Brust der Mutter zu suchen. Das Saugen tröstet das Baby nach der Geburt und regt die Milchbildung an. Wenn die Milch noch nicht eingeschossen ist, bekommt das Neugeborene die viel dünnere, aber äusserst wertvolle Vormilch zu trinken. Vormilch hat einen höheren Mineralstoff- und Eiweissgehalt, und die Hälfte dieses Eiweisses besteht aus Antikörpern. Sie schützt das Neugeborene also optimal vor Infektionen und erleichtert ihm den ersten Stuhlgang, die Ausscheidung des sogenannten "Kindspechs".
Irgendwann zwischen dem 2. und 5. Lebenstag des Babys kommt die "richtige" Muttermilch, welche das Baby satt machen wird. Später gibt es dann in bestimmten Abständen weitere Phasen, in denen sich der Mutter womöglich der Eindruck aufdrängt, dem hungrigen Baby würde die vorhandene Milchmenge nicht genügen. Während besonderen Wachstumsschüben, meldet das Baby häufiger Hunger an. Deswegen sollte man jedoch nicht in Panik geraten und an der eigenen Milchproduktion zweifeln. In dieser Zeit ist es wichtig, das Baby häufiger anzulegen, es kräftig saugen zu lassen und ruhig zu bleiben. Nach 2,3 Wochen kehrt allmählich eine Art Alltag ein: die Mutter und das Baby sind dabei einen eigenen Rhymthmus herauszufinden. Nun hat die Mutter wieder mehr Zeit, etwas für sich zu tun.
Bisher haben wir uns indirekt mit der Ernährung des Babys über seine Mutter befasst.
Nun ist es an der Zeit, uns das erste Lebensjahr anzusehen. Essen und schlafen sind am Anfang seine Hauptbeschäftigungen. Kein Wunder, denn wegen des enormen Wachstums hat das Baby einen riesigen Energiebedarf: im ersten Halbjahr verdoppelt es in der Regel sein Geburtsgewicht und am Ende des ersten Lebensjahres wiegt es dreimal so viel wie bei seiner Geburt. Erste Wahl für die Ernährung des Säuglings in den ersten Lebensmonaten ist eindeutig die Muttermilch. Sollte dies jedoch aus verschiedenen Gründen nicht möglich sein oder reicht die Muttermilch nicht mehr aus, muss auf andere Kost übergegangen werden. Was geben wir einem Säugling nun zu essen?
Fläschchenkost Aus welchem Grund auch immer man sich für Fläschchenkost entscheidet: Man sollte dazu stehen und sich an die positiven Seiten halten. Auch beim Füttern mit dem Fläschchen können innige Momente mit dem Baby geteilt werden. Zwei grosse Vorteile hat diese Kost unbestritten: Erstens kann der Vater oder eine andere Bezugsperson mitfüttern und somit einen engen Kontakt zum Baby aufbauen und dadurch die Mutter entlasten. Zweitens schlafen die meisten Babys nach einer Flaschenmahlzeit besser, weil diese über einen längeren Zeitraum ein Sättigungsgefühl erzeugt.
Bitte beachten Sie, dass die gekaufte Fläschchenkost kein Tiermilcheiweiss enthält!
Einfacher und preiswerter ist es, die Fläschchen selber herzustellen. Achten Sie dabei bitte darauf, dass das Getreide aus biologischem Landbau kommt, da sich in den Randschichten und der Schale des Getreides häufig Schadstoffe anlagern. Verwenden Sie, wegen den Zusatzstoffen keine gekaufte Pflanzenmilch zur Herstellung von Fläschchenkost. Achten Sie darauf, dass wenn Pflanzen- statt Tiermilch verwendet wird, die Mahlzeit wohldurchdacht, ausgewogen, vollwertig, abwechslungsreich zusammengestellt wein muss. (Genügend Vitamin A, B12 und D)! Fläschchen und Sauger müssen immer keimfrei sein und nach jedem Gebrauch ausgekocht oder im Wasserdampf sterilisiert werden.
Wann welches Getreide Wenn nicht gestillt werden kann, stellt sich die Frage, wann welches Getreide sinnvoll ist.
Bis zum 3. Monat reicht Reis. Reis ist sehr leicht und wird sehr gut vertragen. Ab dem 3. Monat bis zu einem Jahr sollten leichte Getreidearten wie Reis, Buchweizen, Hirse usw. bevorzugt werden.
Aus Erfahrung kann allen stillenden Müttern empfohlen werden, die Flasche ganz zu überspringen. Auch das "Frühstück" als letzte regelmässige Stillmahlzeit wird aus dem Grund empfohlen, da so das Abstillen so besser klappt. Denn die Umstellung für das Baby ist viel schwieriger, wenn es die Brust abends zum Einschlafen braucht. Darauf wird nur unter Protest verzichtet.
Zufüttern Mit dem Zufüttern beginnt die Zeit für Babys Breis - die Zwischenstufe zwischen der flüssigen Nahrung von der Mutterbrust oder dem Fläschchen und der festen Nahrung der Kleinkinder und Erwachsenen.
Aber womit wird wann begonnen? Ca. ab dem 4.-6. Monat kann begonnen werden mit dem "Zufüttern" von Gemüse und Obst gekocht und püriert. Das klassische erste Nahrungsmittel ist die Möhre. Sie enthält viel Carotin und Calcium, wirkt stuhlregulierend und - das allerwichtigste - sie hat einen leicht süsslichen Geschmack und wird meist auf Anhieb akzeptiert vom Baby.
Bitte nicht wundern, wenn das Baby anfangs den grössten Teil des Breis wieder mit der Zunge hinausbefördert. Es handelt sich um einen ganz natürlichen Reflex, denn bisher hat es nur gesaugt und beherrscht die komplizierte Kau-Schluck-Bewegung noch nicht. Vom Löffel essen zu lernen dauert seine Zeit - Geduld! Es ist sehr wichtig, bei den allerersten Essversuchen gelassen zu bleiben und eine freundlich, angenehme Atmosphäre zu schaffen. Ausserdem ist es wichtig flexibel zu bleiben und nicht zu versuchen etwas zu erzwingen. Auch wenn das Baby einmal nicht essen mag, es wird nicht verhungern!
Spätestens mit Beginn der Beikost sollte auch an den Durst des Kindes gedacht werden: immer etwas Trinkbares parat haben. Am besten ungesüssten Kräutertee oder Wasser.
Beim Gemüse gibt es eine anschauliche Regel: die einzelnen Sorten so abzuwechseln, dass das Baby sowohl Gemüse bekommt, das über der Erde wächst (z.B. Fenchel, Blumenkohl), als auch solches, das unter der Erde gereift ist (z.B. Möhren, Pastinaken). So ergänzen sich die unterschiedlichen Inhaltsstoffe optimal.
Als erstes Gemüse wird in der Regel die Möhre gefüttert, weil die meisten Babys ihren süsslichen Geschmack am ehesten akzeptieren. Als nächstes kommt die sättigende Kartoffel und später der auf Magen und Darm besänftigend wirkende Fenchel hinzu. Es gibt Babys, die mit diesem Gemüse-Dreigestirn- durch Öl ergänzt - über Monate hinweg völlig auskommen. Weitere empfehlenswerte Gemüse sind Pastinaken, Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Rote Beete, Mangold, Spinat, Schwarzwurzeln, Zucchini, Schmorgurken, grüne Bohnen, junge Erbsen und Kürbis. Auch reife Avocados sind roh leicht verdaulich. Zu Anfang werden alle Gemüsesorten erst gegart und anschliessend püriert. Ab dem 8. Monat kann dazu übergegangen werden, das gedämpfte Gemüse nur noch grob zu pürieren oder mit der Gabel zu zerdrücken. So kann dann allmählich zu einer gröberen Kost übergegangen werden.
Beim Obst eignen sich alle natürlich süssen Arten. Äpfel sind fast das ganze Jahr verfügbar und bilden meist das öbstliche Grundnahrungsmittel. Anfangs werden sie gegart und z.B. mit Möhren und Mandelmus zu einem leckeren Brei verrührt, später geraspelt, gerieben oder in geschälten Schnitzen zum Knabbern gegeben. Reife Birnen sind oft weicher und deshalb zum ersten Knabbern gut geeignet. Bananen sind ein universelles Kinderobst, das fast alle Babys lieben. Zum Anfang werden die Bananen schaumig püriert, später mit der Gabel zerquetscht und bald kann das Kind schon selbst die weiche Banane beissen. Andere geeignete Obstsorten sind: Himbeeren, Stachelbeeren, Pfirsiche, Aprikosen, Weintrauben (ohne Kern), Honigmelonen, entsteinte Süsskirschen und Pflaumen, Heidelbeeren, Kiwis und filetierte Mandarinenschnitze, Trockenfrüchte sind ebenfalls bestens geeignet.
1. Zähnchen Wenn sich die 1. Zähnchen bemerkbar machen, kann man ausser den Breien dem Kind gelegentlich etwas Härteres zum Beissen geben, z.B. ein Stück albackene Brotrinde, an dem es tüchtig nagen kann, ohne sich an grösseren Stücken zu verschlucken. Auch geriebene Birne, Apfelschnitze, Gemüsestücke usw. sind geeignete Beisshilfen.
Geschafft! Das Kind ist ein vollwertiges Mitglied am Familientisch geworden. Es sitzt auf einem Hochstuhl, kann manche Speisen allein mit den Fingern essen, kann - mit Hilfe - aus der Tasse trinken, kauen und schlucken. Fast alle Speisen, die für die Familie auf den Tisch kommen, können püriert, weich, saftig, wenig gewürzt und lauwarn vom Kind mitgegessen werden. Natürlich sind nicht alle Kinder im Alter von 12 Monaten soweit. Es kann durchaus einige Monate länger dauern. Manche Kinder bekommen erst im 2. Lebensjahr Zähne. Es wird nochmals ungefähr 1 Jahr dauern, bis das Kind selbständig mit dem Löffel oder der Gabel essen kann. Bis es richtig manierlich mit dem Besteck essen kann, dauert es noch Jahre!
Während dieser ganzen Zeit ist es wichtig dem Kind Mut zu machen, einen Schritt nach dem anderen dazuzulernen. Das Baby bestimmt das Tempo. Die Eltern begleiten und unterstützen es - und freuen sich mit ihm über jeden neuen Schritt!
Gerne stehe ich Ihnen für eine individuelle Ernährungsberatung zur Verfügung!
JEANNINE GASHI
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